Was ist Rürup / Basisrente?
Die Rürup-Rente (offiziell *Basisrente*) ist Deutschlands steuerlich abzugsfähige private Rente für alle, die nicht (voll) in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, vor allem Freelancer, Gründer und selbstständige Expats.
Beiträge sind als *Sonderausgaben* bis zu einer hohen Jahresgrenze absetzbar. Im Gegenzug ist das Geld bis mindestens 62 gebunden, wird ausschließlich als monatliche Rente ausgezahlt (keine Einmalzahlung) und ist klassisch nicht vererbbar.
Für Expats mit GmbH oder als Freiberufler ist Rürup oft der größte einzelne Steuerhebel überhaupt.
Steuerliche Abzugsgrenzen 2026
2026 sind Beiträge zu Rürup und gesetzlicher Rente zusammen zu 100 % absetzbar bis:
- ca. 29.344 €/Jahr für Singles
- ca. 58.688 €/Jahr für gemeinsam veranlagte Paare
> Beispiel: Ein selbstständiger Expat mit 120.000 € zu versteuerndem Einkommen zahlt 20.000 € in Rürup. Bei ~42 % Grenzsteuersatz erstattet das Finanzamt rund 8.400 €, die Netto-Kosten des 20.000-€-Beitrags liegen bei ca. 11.600 €.
Deshalb gilt Rürup als *letzter echter Steuerhebel* für gut verdienende Selbstständige.
Die Kehrseiten
Die Steuerkraft von Rürup hat einen echten Preis:
- Keine Einmalzahlung, nur monatliche Rente ab 62+
- Nicht abtret-, verpfänd- oder rückkaufbar
- Nur eingeschränkt vererbbar, nur Ehepartner und förderfähige Kinder unter bestimmten Vertragsdesigns
- Auszahlung voll steuerpflichtig (mit steigendem Besteuerungsanteil je Renteneintrittsjahr)
- Vertragsqualität stark unterschiedlich. Kostenunterschiede von 30 %+ zwischen Anbietern sind normal
Für einen Expat, der Deutschland eventuell verlässt, ist die Rentenpflicht eine ernsthafte Einschränkung: Sie legen sich heute auf einen Euro-Rentenstrom fest, der Ihnen Jahrzehnte später ausgezahlt wird.
Rürup vs. Altersvorsorgedepot: Vergleich
| Merkmal | Rürup (Basisrente) | Altersvorsorgedepot (2027) |
|---|---|---|
| Steuerabzug sofort | Sehr hoch (bis ~29k €) | Klein (staatliche Zulage) |
| Auszahlung | Nur Rente | Einmal oder Rente |
| Flexibilität | Sehr gering | Hoch |
| Zielgruppe | Gutverdienende Selbstständige | Angestellte & mittlere Einkommen |
| Kombinierbar | Ja | Ja |
Die meisten unserer selbstständigen Mandanten nutzen beide: Rürup für den Steuerabzug auf hohem Einkommen plus Altersvorsorgedepot und einen normalen ETF-Sparplan für Flexibilität.
Wann Rürup für Expats passt
Rürup passt meist gut, wenn Sie auf die meisten Fragen mit ja antworten:
- Grenzsteuersatz über ~35 %
- Sie bleiben in Deutschland (oder einem DBA-freundlichen Land) steuerlich ansässig in der Rente
- Notgroschen und flexible Anlage sind schon vorhanden
- Sie wollen die diesjährige Steuerlast deutlich drücken
- Sie sind mit gebundenem, rentenpflichtigem Kapital einverstanden
Eher ungeeignet ist Rürup bei befristetem Aufenthalt, geplantem Wegzug in <5 Jahren oder fehlender Basisabsicherung / Liquidität.
Häufige Fehler
- Rürup nur wegen der Steuer abschließen, ohne Kosten zu prüfen. Ein teurer Rürup frisst den Steuervorteil über 20+ Jahre auf.
- In einem starken Jahr überladen und dann die Starrheit über Jahrzehnte bereuen.
- Rentenfaktor ignorieren, wie viel monatliche Rente pro 10.000 € Kapital ausgezahlt wird, unterscheidet sich stark zwischen Versicherern.
- Versicherungsschutz vernachlässigen. Rürup ergibt keinen Sinn, wenn Berufsunfähigkeit oder Haftpflicht fehlen.
Was jetzt zu tun ist
- Rürup-Planung vor Jahresende, der Steuerabzug ist kalenderjährlich.
- Angebote mit Effektivkosten und garantiertem Rentenfaktor anfordern, nicht nur die Musterwerte.
- Rürup mit Altersvorsorgedepot und normalem ETF-Depot kombinieren.
- Mit Ihrem Steuerberater abstimmen, eine Rürup-Entscheidung betrifft die ganze Steuererklärung.
Lernen Sie uns in einem unverbindlichen Erstgespräch kennen, um zu prüfen, ob Rürup passt, und wenn ja, welche Anbieter aktuell die beste Kombination aus Kosten und Rentenfaktor bieten.
> Hinweis: Rein informativer Inhalt. Rürup-Regeln, Abzugsgrenzen und Besteuerung ändern sich gesetzlich. Keine individuelle Steuerberatung.